Vive le Champagne! Die Suche nach dem perfekten Fass...

Ein Traum ging in Erfüllung - vielleicht kein Kindheitstraum, da hätte ich eher Disneyland besuchen wollen, aber seit langer Zeit, ich glaub, seitdem ich das erste Mal wirklich tollen Champagner getrunken habe (ich glaub, es war ein Ruinart Blanc de Blancs) wollte ich in die Champagne.  Und jetzt endlich hab Ichs geschafft und ich habs auch gleich in vollen Zügen ausgenutzt. Stationiert in Ay, einem wunderschönen Örtchen gleich neben Epernay, hatten wir ein traumhaftes Quartier bezogen (Les Clos d'Ay - echt empfehlenswert!) und am ersten Tag haben wir Ay erkundet - ein Champagnerhaus nach dem anderen! Zuerst ging es zu Champagne Pascal Henin, ein kleines aber feines Haus, in welchem nur die Familie arbeitet. An einer Ecke war uns Champagne Lallier ins Auge gestochen - da mussten wir hin und wir durften sämtliche Champagner des Hauses verkosten - eine tolle Serie! 

Am nächsten Tag besuchten wir unsere Freunde in Chigny-les-Roses, die Familie Rafflin-Lepitre. Wir hatten Jean-Pierre und Dominique im Oktober in der Schweiz kennen gelernt und hatten ausgemacht, dass wir sie sobald wie möglich besuchen wollten. Gesagt - getan! Chigny-les-Roses ist ein kleiner, herziger Ort südlich von Reims. Eines der bekanntesten Häuser ist wohl Canard-Duchene. Jean-Pierre und seine Tochter Perrine, die mittlerweile die Önologin des Hauses ist, zeigten uns ihren Betrieb. Von den Weingärten über die (riesiiiiigen) Presshäuser bis hin zum Champagnerkeller zeigten die beiden uns alles. Außerdem und sehr spannend: wir durften Grundweine verkosten. Da wir ja auch der Suche nach einem Fass für unseren Blanc de Blancs waren, hatten wir die beiden um Hilfe gebeten und schon fuhren sie mit uns zur Tonnellerie de Champagne in Cauroy des Hermonvilles zu Jerome Viard, der uns seine Fassbinderei zeigte und uns sehr lange und sehr gut beraten konnte. Wir waren schon so lang auf der Suche aber mit Jerome hatte die Suche ein Ende! Ursprünglich wollten wir ein Barriquefass, jedoch hat uns Jerome aufgeklärt, dass die Winzer in der Champagne keine Barriques sondern ein "Fut en boit du champagne" für ihre Grundweine verwenden. Der Unterschied? 205 Liter statt 225 Liter Fassungsvermögen. Da dachten wir uns, wenn, dann schon richtig ;) Gott sei Dank waren wir mit der neuen X-Klasse von Mercedes unterwegs, da hatte neben den vielen Champagnerflaschen auch noch unser Fass platz! :-)

Am nächsten Tag mit Flaschen & Fass im Gepäck ging es weiter zu Billecart Salmon - mein persönliches Highlight. Mein absoluter Lieblingsschampus ist ja der Rosé von Billecart Salmon und deswegen wollten wir da unbedingt hin. Aber das ist ja so eine Sache in der Champagne und im Winter... Da ist halt keine Saison und somit machen viele gar nicht erst die Tür auf, aber bei Billecart war das anders - wir bekamen sogar eine mehrstündige Führung durch die Kelleranlagen, die Weingärten und eine tolle Verkostung. Tolles Haus, toller Champagner - meiner Meinung nach eines der besten Häuser!

Im Anschluss wollte ich unbedingt noch Reims sehen, da mir mein Bruder dort einen Winzerkollegen empfohlen hatte. Pol Couronne, eine kleine, aber feine Champagnerboutique mitten in Reims. Jean-Baptiste Couronne, der Chef & Kellermeister nahm sich die Zeit und erklärte uns seine Philosophie bzgl. Biodynamie in der Champagne und seinen Zugang zur Produktion - super interessant und auch ein Must-Visit wenn ihr in Reims seid!

Es waren traumhafte, lehrreiche, interessante Tage & das tollste war, dass wir die Champagne schneebedeckt sehen konnten - wie uns berichtet wurde, passiert das nur ganz selten ;)

Vielen Dank an unsere Freunde und Kollegen, die uns alles gezeigt haben, mit uns verkostet haben und vor allem ein SHOUTOUT an Perrine & Jean-Pierre Rafflin-Lepitre für eure Hilfe! MERCI BEAUCOUP!

Und ein Danke an meinen lieben Robert, der gnädigerweise meinen Chauffeur stellte und ich somit hemmungslos Champagner in rauen Mengen verkosten konnte :-)

Hugl Christina