Meine Sekte sind "in der Pyramide"

Dem einen oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen, den meisten ist es jedoch wurscht. Meine Sekte, also der Blanc de Blancs, der Zweigelt Rosé und der Traminer x Welschriesling sind jetzt in der Österreichischen Sektpyramide in den Kategorien Klassik bzw. Reserve. Was heißt das? Das Österreichische Sektkomitee, bestehend aus diversen Leuten aus der Sprudelbranche, hat sich überlegt, wie man dem Österreichischen Sekt einen besseren Stellenwert bescheren kann und wie man das dem (End)Konsumenten auch verständlich näher bringt. Außerdem möchte man die Sekte nach der Lagerzeit einkategorisieren. Heißt: je länger die Lagerung in der Flasche auf der Hefe, desto hochwertiger bzw. spezieller ist das Produkt. Soweit so gut, nur wird leider zu wenig Werbung gemacht und es kommt so gar nichts beim Endkonsumenten an. Also was ist die Pyramide? 

Mein Blanc de Blancs und der Zweigelt sind in der Kategorie Reserve, das passt finde ich auch stilistisch sehr gut. Der Traminer x Welschriesling ist als Klassik drinnen. Ich könnte ihn zwar mittlerweile als Reserve einreichen, da er schon länger auf der Hefe liegt als 9 Monate, aber ich finde, Reserve & Traminer passen noch nicht so ganz zusammen. Ich hab mal alles für euch aufgelistet, vielleicht achtet ihr mal drauf, wenn ihr Sekt kauft. Das beste an der Pyramide finde ich, dass wenn ein Sekt die Prüfnummer erhält, darf man bzw. muss man in Verbindung mit dem Etikett, welches die Kategorie angibt, auch die Rot-Weiß-Rot-Banderole oben drauf geben. Dass heißt, egal wo und wann auf der Welt, sieht man, dass der Sprudel aus Österreich ist! :-)

Wens wirklich ganz genau interessiert, schaut rein auf oesterreichsekt.at - da steht alles drin. Im Wesentlichen kann man die Kategorien KLASSIK - RESERVE - GROSSE RESERVE wie folgt einteilen:

STUFE 1: Österreichischer Sekt „Klassik“ 

  • Trauben aus einem Bundesland, Verarbeitung und Versektung in Österreich
  • Mindestens 9 Monate Lagerzeit auf der Hefe
  • Mindestens 12 Monate ab Ernte / Erstverkauf am 22.10. des Folgejahres
  • Alle Methoden erlaubt, die zur Sekterzeugung geeignet sind
  • Alles Stilistiken / alle Dosagen / alle „Farben“ (weiß, rosé, rot) erlaubt
  • Alkoholgehalt, der mit max. 12,5% Vol. am Etikett anzugeben ist
  • Keine Lagenbezeichnung, keine nähere Herkunftsbezeichnung erlaubt
  • Jahrgangsbezeichnung erlaubt
  • Traubenverarbeitung nach dem Gesetz

STUFE 2: Österreichischer Sekt „Reserve“

  • Ernte und Pressung in einem Bundesland
  • Trauben zu 100% aus einem Bundesland (als Weinbaugebiet)
  • Ausschließlich Traditionelle Flaschengärung
  • Mindestens 24 Monate ab Ernte / Erstverkauf am 22.10. des dem Folgejahr folgenden Jahres (nach 2 Jahren)
  • Mindestens 18 Monate Reifung auf der Hefe
  • Ausbeutesatz 60% (Saft der Traubenmenge)
  • Herkunftsbezeichnung Bundesland
  • Keine Lagen-/Ortschaftsbezeichnung erlaubt
  • Jahrgangsbezeichnung erlaubt
  • Ausschließlich brut und extra brut bzw. brut nature
  • Weiß und rosé erlaubt
  • Handlese
  • Ganztraubenpressung

STUFE 3: Österreichischer Sekt „Große Reserve“

  • Trauben aus abgegrenztem Gebiet / Gemeinde*
  • Mindestens 36 Monate ab Ernte / Erstverkauf 22.10. (nach 3 Jahren)
  • Mindestens 30 Monate auf der Hefe
  • Ausschließlich Traditionelle Flaschengärung
  • Ausbeutesatz 50% (Saft der Traubenmenge)
  • Lagenbezeichnung für angemeldete Rieden erlaubt
  • Ausschließlich brut und extra brut/brut nature
  • Handlese (max. Schütthöhe 35cm)
  • Pressung: Korbpresse oder pneumatisch
  • Grundweine weiß oder rosé (kein Vermischen/Verschneiden von rotem und weißem Wein). D.h. keine weißen Trauben für Rosé
  • Pressung im Gerichtsbezirk der Traubenherkunft / Mosttransport erlaubt
  • Derzeit keine Eingrenzung des Alkoholgehalts nach unten oder oben
  • Ganztraubenpressung
Sektpyramide_NEU-Okt-2015_high.jpg
robert herbst